Irland – Straße ohne Namen

Irland – Straße ohne Namen

“May you always walk in sunshine.

May you never want for more.

                      May irish angels rest their wings                         

right beside your door.”

Mai 2016 – Das Abenteuer beginnt… wir müssen also mal raus, weg von dem ganzen Kinderwunschthema, raus aus dem KiWu Zentrum und rein ins Reisebüro – wir wagen es und machen einen Roadtrip.

Den ersten in unserem Leben!

Ja, Irland soll es sein, alle Frauen, die jemals „PS: Ich liebe Dich“ gesehen haben, wissen an dieser Stelle warum…

Doch wir sollten auf dieser Reise erfahren, dass Irland so unglaublich viel mehr zu bieten hat…

Also buchten wir einen Flug von München nach Dublin und einfach mal kein Hotel. Die B&B´s wollten wir uns von Tag zu Tag vor Ort suchen. Wir wollten Abenteuer pur und den Reiz der Freiheit…

Ankunft am Flughafen in Dublin, wir holen unser Mietauto und ich denke mir schon am Schalter – das wird ja witzig ich versteh hier kein Wort. Wie gut, dass mein Mann ein einwandfreies Englisch spricht und somit auch dieses seltsame irish-english-what-ever problemlos verstehen konnte. Ich dachte mir noch , hey wie toll, wir haben ein Auto, wie ging das denn jetzt –  na egal, es kann also los gehen…

Los ging es dann auch erstmal durch gefühlte 40 Kreisverkehre, einer davon tatsächlich 6-spurig! und damit es auch nicht langweilig wird das alles natürlich auf der linken Seite. Ich sag es euch, Linksverkehr für Anfänger… ständig kommt man sich vor wie ein Geisterfahrer, nicht dass wir vorher wussten wie man sich so als Geisterfahrer fühlt… Aber, wir schafften es ohne Blechschäden  aus Dublin raus und da waren wir nun auch schon auf der Autobahn – nun gut gefühlt fuhren wir wieder auf der falschen Seite aber das hat sich tatsächlich nach einigen Kilometern gegeben.

Unser erstes Ziel war zunächst der Wicklowmountain Nationalpark…http://www.wicklowmountainsnationalpark.ie/

Schauplatz und Kulisse von PS: Ich liebe Dich… steinig, schön und alles blühte gelb und noch gelber… ich dachte schon jeden Moment biegt Gerard Butler um die Ecke…

Kilkenny – Bunt und Bier

Unseren ersten Abend und somit auch die erste Nacht verbrachten wir in Kilkenny.  http://www.kilfordarms.ie

Dort kommt auch tatsächlich das bekannte Kilkenny Bier her. Diese Stadt ist unglaublich bunt. Es ist zwar ein kleines Örtchen aber es hat für mein Empfinden einen wunderbaren Charme, man fühlt sich einfach wohl dort. Das war auch unser erster Abend in einem irischen Pub – und es sollte lange nicht der letzte sein – und wie sollte es in Irland anders sein –  es gab natürlich Live Musik.  In diesem Pub allerdings in Form eines älteren Herren der dort stand und sang, mit einer Stimme, die mich tatsächlich an Ronan Keating erinnerte, einer Ruhe und Gelassenheit als würde er schon sein Leben lang in dieser Kneipe stehen und singen – und ich vermute, dass es auch so ist…                           Es war schlicht und einfach authentisch und genau das fand ich ganz wundervoll.

Und während wir dort saßen, neben uns die vielen Einheimischen in Jogginghosen (in Irland sind alle in Jogginghosen unterwegs, was wir persönlich großartig fanden), genoßen wir Bier und Bullmers und ließen uns einfach vom Gesang, der irischen Musik, dem Glück endlich in Irland zu sein und dem unglaublichen Flair einfangen…

Da waren wir – angekommen in Irland und die Reise konnte beginnen…

Macroom – und die teuerste Pizza der Welt

Gut gestärkt nach einem originalem irischen Frühstück inklusive Black Pudding und Baked Beans – und ja Black Pudding ist schrecklich -führte uns die Reise erst einmal zum Rock of Cashel! Den man laut vielen Reiseführern unbedingt gesehen haben muss. Ich kann sagen, gesehen haben wir ihn – aber nur aus der Ferne… er war natürlich eingerüstet… So sind wir ein bisschen drum herum gefahren bis sich uns ein toller Ausblick bot und da haben wir unser Must-Have Foto geschossen. Ich persönlich fand die Kühe vorne im Bild noch toller – ja ich gestehe ich bin ein Kuh-Fan…

Weiter gings, wir hatten ja noch eine ordentliche Strecke vor uns. Cork – war unser nächstes Ziel. Bekannt als zweitgrößte Stadt in Irland, als Universitätsstadt und 2005 sogar als Kulturhauptstadt Europas. Die Einwohner nennen ihre Stadt voller Überzeugung – The real Capital… Für mich persönlich kommt Cork ein wenig hektisch und chaotisch daher. Ich habe die Stadt als sehr schnelllebig aber nicht unbedingt angenehm empfunden. Leider kann ich euch auch gar nicht sagen woran das nun lag.  Der English Market ist natürlich einen Besuch wert. Imposant und wirklich prächtig anzusehen fanden wir die  St. Fin Barre’s Cathedral, die doch ein wenig an Hogwarts erinnert…

Nun aber raus aus der Stadt und rein ins unendliche Grün, wir wollten doch endlich nach Kerry – ja dieses Kerry. Dort wo du überall Kerrygold Kühe siehst und die Welt dir nur noch unendlich weit und grün erscheint. Und eines haben wir gelernt – hier in Kerry ticken die Uhren noch ganz anders…

Hinter Cork ging es weiter mit unendlichen Straßen, die natürlich wieder einmal allesamt ohne Namen waren, das teilte uns unser zuverlässiges Navi stets mit. Die Straßen wurden im enger und wir dachten uns schon, ob wir hier jemals ankommen? Hier kann doch kein B&B mehr sein, wir sind doch irgendwo im Nirgendwo… aber nach ein paar weiteren engen Gässchen und vielen Schlaglöchern in denen man ganze Bundesländer verschwinden lassen könnte tauchte es vor uns auf – Findus House!

http://www.findushouse.ie/

Wie wir jetzt sagen können, definitiv das entspannteste B&B auf unserer ganzen Reise. Wir kamen endlich an bei Mary & Findus und niemand war da – läuft! Nachdem wir Mary telefonisch erreichen konnten uns sie uns mitteilte, sie wäre noch beim Einkaufen und es würden noch ein bisschen dauern hat mein Liebster beschlossen – hier ist es schön – hier ist es Zeit für ein Guinness im Garten…

 

Wer früher schon gerne bei Omi und Opi übernachtet hat, der wird es dort ganz sicherlich  lieben. Die Zimmer waren unglaublich liebevoll eingerichtet und es gab ein eigenes Gästewohnzimmer mit ganz vielen Reiseführern, Büchern und sämtlichem anderen Krimskrams. Das Frühstück wurde von Mary frisch zubereitet und es war für jeden Geschmack etwas dabei… Es war himmlich lecker. Und wenn du dann in diesem heimeligen Zimmer liegst (wir waren auch noch die einizigen Gäste) und kuckst aus dem Fenster und siehst nur Kühe, Grün und Himmel, dann kann die Seele einfach mal entspannen und alles in dir zur Ruhe kommen… Und das tat uns so gut!

Doch auch in Kerry möchte man Abendessen und da wir hier ja fernab von allem waren konnten wir erfahren, dass zu Fuß das nächste Dorf (Ballyvourney) zu erreichen ist, da gibt es sogar ein Pub (wie in jedem Dörfchen Irland auch wenn es nur 2 Einwohner hat) und Essen! Also los gings mit einer schönen Abendwanderung, eingebettet in die grünen, irischen Wiesen… Angekommen im Pub gab es laut Karte 6 verschiedene Pizzen. Als der nette, ältere Barkeeper dann kam meinte er nur, er habe nur noch 2 verschiedene Pizzen. Wir waren schon etwas erstaunt und als er in der Küche verschwand und dann wieder kam mit zwei Tiefkühlpizzen auf dem Arm, wovon wir uns eine aussuchen sollten waren wir erstmal völlig raus…  9 Euro und ein Abend an dem wir so unglaublich viel gelacht haben waren es uns wert – für die wohl teuerste Tiefkühlpizza in ganz Irland – lecker war sie trotzdem!

Ring Ring Ring of Kerry

Die Nacht verbrachten wir dann in Kenmare                                                       https://www.rockcrest-house.com/#home ,ein tolles B&B mit wunderschönen Zimmern, von wo aus wir auch den Killarney Nationalpark besuchen konnten, der nicht weit davon entfernt ist, aber ehrlich dort war es uns zum wandern tatsächlich zu warm so bei 15°C… Wir fühlten uns ja quasi schon als richtige Iren…

Der nächste Tag begann mit Regen, Regen und nochmal Regen, dazu noch eine Prise Nebel und angenehme 12°C… Man könnte sagen, das perfekte Wetter für DIE Attraktion – der Ring of Kerry… oder anders gesagt, original irisches Wetter. Aber wie es nun mal ist, es gibt ja kein schlechtes Wetter und außerdem sind wir in Irland. Also rein ins Auto und rauf auf den Wild Atlantic Way… der übrigens überall wunderbar mit seinem einprägsamen Zeichen gekennzeichnet ist. http://www.wild-atlantic-way.de/

Man kann sich also eigentlich nicht verfahren – und wenn doch ist es auch egal, denn Irland ist so ziemlich an jeder Ecke schön. Bevor wir den Ring of Kerry errreichten hatten wir zuerst das Glück die Cliffs of Kerry sehen zu dürfen – eine imposante Felsformation, die gerade bei Regen und Sturm ein unglaubliches Freiheitsgefühl hervorruft. Wir konnte uns in den Sturm legen und fielen nicht um, das war ein Moment, da wurde uns bewusst wie klein wir als Menschen doch sind und zu was unsere Natur im Stande ist zu bewegen. Als ich dort oben stand, der Wind und der Geruch des salzigen Atlantiks schlug mir ins Gesicht, da wusste ich wieder wie unglaublich schön unsere Welt ist, wie gewaltig und unberechenbar die Natur ist, wie unser Los auch aussieht, wir sind hier, in diesem Moment und dürfen diese Erfahrung machen… Für Menschen wie mich, die das Meer lieben, die sozusagen süchtig nach Meer sind, die Luft, der unendliche Horizont, der Wind und der Geschmack nach Meer ist es ein Moment, der unbezahlbar ist. Mit meinem Mann an meiner Seite und Glück und Freude im Herzen habe ich einfach beschlossen dieses Gefühl in meinem Herzen einzuschließen und zu bewahren.

Über den Ring of Kerry kann man sagen, dass es eine wunderschöne Küstenstraße entlang des Atlantiks ist – auf jeden Fall einen Besuch wert.

http://www.theringofkerry.com/

Und irgendwie war er bei Regen und Sturm wahrscheinlich sogar noch imposanter als bei Sonnenschein… Es gibt viele Aussichtspunkte, wunderbare kleine Küstenstraßen und die Bezeichnung „Roadtrip“ findet dort definitiv seine Berechtigung!

Dingle – und der Hype um DEN Delphin

Völlig durchnässt und fertig mit der Welt kamen wir am Abend in Dingle an. Weltberühmt geworden ist das kleine Fischerdörfchen durch den dort lebenden Delphin namens Fungi. Für eine (unverschämte) Summe kann man mit einem Boot rausschippern und hoffen, dass man Fungi zu Gesicht bekommt. Wir hatten allerdings von Nass und Wasser schon genug an diesem Tag, so dass diese Möglichkeit für uns nicht mehr in Frage kam.

In Dingle schliefen wir im Murphy´s B&B. https://www.murphybb.com/#map

Etwas schwierig zu finden, aber ziemlich cool mit eigenem Pub und toller Live Musik am Abend. Und das Beste an diesem Haus war, wir konnten unsere Zimmertüre offen lassen und während mein wundervoller Mann schon im Land der Träume war konnte ich völlig entspannt der Musik lauschen…. Hat das Charme? Ja hat es…

Unsere Reise sollte uns noch weiterführen.  Mit der Fähre übers Wasser in das definitiv abgefahrenste B&B auf unserer Reise mit dem schönsten Sonnenuntergang, vorbei am absoluten Harry Potter Feeling bis in die meiner Meinung nach schönste und wundervollste Stadt in Irland….

Das alles könnt ihr lesen und sehen – im nächsten Beitrag.

Machts gut und immer dran denken,

sei glücklich und dankbar, für das was du hast!

 

Eine Antwort auf „Irland – Straße ohne Namen“

  1. Meine größte Hochachtung und Respekt für so einen tollen Blog!

    Eine Lebensgeschichte mit Höhen und Tiefen mit so bezaubernden Worten zu beschreiben erfordert Talent, Gefühl für Worte, Mut zur Ehrlichkeit und vor allem eine unglaubliche Liebe zu seinem Leben und eine tiefe Dankbarkeit!
    Ich glaube, das verspüren nur wenige Menschen und wenn es dann jemand such noch in Worte verfasst – toll!

    Danke dafür!
    Alles Liebe -Deine Schwester Melli ?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.