London

„Im Namen von Merlins Unterhose, es gibt keinen Zweifel. London ist magisch, London ist schön, London ist eigen, London ist einzigartig…“

Ein kalter, sehr – sehr – sehr früher Morgen und die Reise beginnt. Auf zum Flughafen nach München, denn London wartet auf uns. Nein die Anreise mit Besen war leider nicht möglich und so reisen wir eben ganz konventionell mit Flugzeug in die schöne Hauptstadt Englands und in die heimliche Harry Potter Hauptstadt. Die Nacht zuvor natürlich kaum geschlafen, was eindeutig der Aufregung geschuldet war – klingelt uns dann um 3 Uhr der Wecker aus dem schönen Urlaubsschlaf. Oh je… ja wir sehen um diese Uhrzeit leider genauso aus wie wir uns fühlen. Egal, draußen ist es noch sehr dunkel was unserem momentanen Erscheinungsbild zu Gute kommt und die Nachbarn schlafen eh… Nach einigen Tränen, da das Fellkindchen bei Oma und Opa bleibt und dort Urlaub von Mama und Papa macht düsen wir also durch die Nacht in freudiger, gespannter Erwartung was alles kommen wird in London. Nach einem ruhigen Flug, einem Cappuccino und vielen Warteschleifenkurven, die uns einen tollen Blick auf London bescherten, endlich die Landung in London Heathrow. Dank des genialen Tipps von meinem Schwager (Danke Denis!) ging es ohne Umwege mit der Kreditkarte (super praktisch man braucht gar keine Tickets mehr für U-Bahn/Bus etc.) in die Underground und mit der Picadilly Line direkt ab zum Picadilly Circus… Rein in den Trubel, raus aus der Station und Bäm! stehen wir mitten am Picadilly Circus. Da sind wir so schnell drin im regen Treiben, man ist quasi sofort Teil von all dem Gewusel… Der Picadilly Circus wurde bereits 1819 fertiggestellt und er befindet sich im Stadtteil City of Westminster. Er ist zweifelsohne ein wichtiger Knotenpunkt, der viele wichtige Straßen in London verbindet und hier ist immer Bewegung zu spüren. Vielleicht wurde er gerade deshalb zur Zeit der Kolonisation und des großen „British Empire“ als „Mittelpunkt der Welt“ bezeichnet?

Nachdem wir uns etwas eingefunden hatten konnten wir unsere Koffer bis zum Einchecken in unserem Hotel abstellen. Überhaupt können wir nur Positives über das The Z Tottenham Court Road berichten. Tolle, sehr saubere und moderne Zimmer, super freundliches Personal und das Highlight schlechthin – jeden Abend von 17 – 20 Uhr gratis Wein und Käsebuffet. Das kann sich doch sehen lassen oder? Da es langsam auf 11 Uhr zuging machten wir uns direkt auf den Weg zum so langersehnten Buckingham Palast. Ein absolutes Highlight für mich persönlich. Auf dem Weg dorthin kamen wir übrigens an einem Geschäft names „Kingsman“ vorbei… Jeder der Kingsman gesehen hat muss hier natürlich ein Foto machen.

Aber nun – endlich zu den Royals!! Wir erwischten dann tatsächlich auf den Punkt genau die Wachablöse und konnten im wahrsten Sinne des Wortes mit Pauken und Trompeten der offiziellen Residenz von Queen Elisabeth II entgegenschreiten. Einmal um die nächste Ecke gebogen trauten wir kaum unseren Augen. Da waren so unfassbar viele Leute. Man kam nicht mal annähernd in die Nähe der Tore zum Palast. Okay wir haben uns dann angeschaut wie die Gardekapelle hinter den Menschenmassen verschwand und ein bisschen das bunte Treiben vor Ort genossen. Sehen konnte man leider nichts mehr, dazu hätten wir vermutlich früh am Morgen unser Zelt vor dem Palast aufschlagen müssen. Das „Changing of the Guard“ ist bereits seit über 700 Jahren Tradition und geht ursprünglich auf Henry den VII zurück. Die Truppenstärke hängt immer davon ab ob die Queen im Palast weilt oder nicht. Übrigens, wenn es regnet (in London doch nie – haha) findet die Zeremonie gar nicht statt, denn die Bärenfellmützen dürfen nicht nass werden. Punkt – so ist das in London!

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Mit der U-Bahn ging es dann weiter in Richtung „The Shard“ wo wir zufällig in einen Streetfood Markt gestolpert sind. Da war wirklich ein Stand verführerischer als der andere und die Auswahl war echt schwer. Für meinen Mann gab es dann einen leckeren Shrimps Burger und für mich ein Curry mit Hühnchen… Beides schmeckte unsagbar lecker! Ich muss anmerken, wir sind oft sehr vorsichtig bei der Essenswahl, da mein Mann eine starke Nussallergie hat. In London hatten wir aber zu keiner Zeit ein Problem, da sie es dort mit sämtlichen Allergien sehr genau nehmen und sie am Streetfood Markt sogar nochmal nachgeschaut haben ob das Öl auch kein Erdnussöl ist. Dafür auf jeden Fall Daumen hoch von uns!

Da wir an einem Sonntag angereist sind mussten wir feststellen, dass einige Sehenswürdigkeiten in London am Sonntag geschlossen haben! Ja tatsächlich – so zum Beispiel die Westminster Abbey – Sonntag Besichtigung – Fehlanzeige… ebenso die Beefeater Gin Destillery. So what…

Unser nächster Weg führte uns dann direkt und ohne Umwege nach Kings Cross. Eeeeeendlich, der legendäre Kings Cross. Wer kennt es nicht – Gleis 9 ¾ – ein Muss für alle Potterfans – also auch für uns! Man fühlt sich dort gleich ein bisschen verzaubert, irgendwie denkt man immer gleich kommt der Hogwarts-Express ums Eck. Und dann erst der Harry Potter Store… So viel zu bestaunen und der Foto Spot mit dem berühmten Gepäckwagen der in der Wand verschwindet, hach da hat mein Harry Potter Herz gleich um 9 ¾ Takte höher geschlagen – und sooooo viele Leute. Ich glaube um ein Foto dort zu bekommen hätten wir uns besser schon mal letztes Jahr angestellt… dann gab es halt nur aus der Ferne ein Bild. Hat dem magischen Flair an diesem Ort aber keinen Abbruch getan – hier liegt sowas von Magie in der Luft – nun gut zumindest für die Nicht Muggel war das eindeutig zu spüren… Es ist faszinierend wie diese Geschichte um den kleinen großen Zauberer lebt und lebt und der Hype findet kein Ende. Auch viele Jahre nach dem Ende der Bücher und der Filme ist die Begeisterung ungebrochen und das ist doch so was von toll oder?

Unser Weg zurück Richtung Hotel führte uns dann am berühmten London Eye vorbei. Wenn man wie ich dachte – ach ja ein Riesenrad eben – wird man definitiv überrascht sein, wie unfassbar groß so ein Riesenrad sein kann! Es wird auch das „Millenium Wheel“ genannt und misst stolze 135 Meter. Somit ist es das viertgrößte Riesenrad der Welt, die Gondeln fassen bis zu 28 Personen und es sollte ursprünglich nur ca. 5 Jahre betrieben werden. Der Erfolg sprach aber für sich und deshalb darf es auf unbestimmte Zeit weiter seine Runden über dem Südufer der Themse drehen. Wäre auch irgendwie schade drum, gehört es doch mittlerweile definitiv zu DEN Wahrzeichen von London.

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Einen Abstecher machten wir natürlich dann noch in die Oxford Street. Sie befindet sich im Stadtteil Mayfair und erstreckt sich auf eine Länge von 1,9 km. 1909 eröffnete dort das bekannte Kaufhaus Selfridges, in dem das Flugzeug ausgestellt wurde mit welchem Louis Blériot damals über den Ärmelkanal flog. Viele Geschäfte, noch mehr Menschen, überall musikalische Beschallung…. Und mittendrin ein Disney Store. Da mussten wir natürlich rein. Es war auch sehr schön anzuschauen, wobei wir uns ehrlich die Frage stellten wie die armen Verkäufer dort den ganzen Tag die Disney Musik in voller Lautstärke ertragen? Na gut, wenn ich dafür Elsas Eisprinzessinnen Kleid tragen dürfte und mein Mann sich als Olaf verkleiden würde – ja dann könnten wir darüber reden…

Unser Ziel zum Abendessen war das „Flat Iron“. Wir marschierten dorthin und bis ein Platz frei wurde konnten wir uns die Zeit noch bei einem kleinen Abendspaziergang durch die berühmte Carnaby Street vertreiben. Biegt man dort ganz unauffällig mal in eine unscheinbare kleine Gasse ab, steht man direkt im Kingly Court. Ein bunter, lauter Innenhof, vollgepackt mit Lokalen und das Ganze auf vier Stockwerken. Einfach cool und absolut sehenswert. Ebenso wie unser Abendessen im Flat Iron, hier auch beide Daumen hoch, super Service, und ein hammergeiles Essen zu einem einmaligem Preis-Leistungs-Verhältnis. Eine Runde durch China Town und ein Guiness sowie einen Cider später fielen wir dann wirklich hundemüde in unser schönes, bequemes Bett. 21 Kilometer Fußmarsch – und wir schliefen in dieser Nacht den Schlaf der Gerechten. Und so stand ich in dieser Nacht am Gleis 9 ¾ und reiste königlich als Elsa im hellblauen Mädchentraum im Hogwarts Express zum Buckingham Palast… zu essen gab es übrigens Steak an Bertie Botts Bohnen – und Butterbier…

Good Morning London – it´s a Boy! Yes, da sind wir einmal in London und dann kommt Baby Sussex zur Welt. Was eine Freude und alle Londoner freuen sich über den kleinen Archie mit. Irgendwie total schön anzusehen und mitzuerleben. Für uns ging es mit der Underground erstmal Richtung Coppa, ein schnuckeliges kleines Lokal direkt an der Themse mit tollem Blick auf „The Shard“. Das Frühstück war super lecker und genau so kann ein Citytrip Morgen meiner Meinung nach beginnen. Gut gestärkt und schön ausgeschlafen nahmen wir direkten Kurs auf den Tower. Die Kronjuwelen dürfen wir natürlich nicht verpassen. Alter Schwede – so viel Gold hab ich ja noch nie gesehen. Also vom goldenen Weinkühler bis zum Zepter über die Kronen… Ja Diamonds are the Girls best friends… Nicht schlecht sag ich da. Cool war diese Rolltreppe, also ohne Treppe, also wie ein Laufband, so heißts aber offiziell nicht… Ok Google sagt es heißt Fahrsteig (ja eh klar) also dieses Förderband für Menschen, ihr wisst was ich meine – dieses welches die Besucher an den richtig großen Glunkern und Kronen vorbeikutschiert damit auch ja keiner zu lange stehen bleibt. Ja ja, so viel Gold kann einem schon zu Kopfe steigen oder die Sicht vernebeln. Fotos waren leider keine erlaubt… Ach ja die dort ausgestellten Exponate sind übrigens nur ein Teil vom königlichen Goldreichtum und die Britischen Kronjuwelen gelten als die wertvollste Sammlung von Diamanten und Juwelen. So erstmal frische Luft schnappen, so viel Gold ist ja gar nicht auszuhalten.

Wir gehen weiter und erklimmen „The Shard“. Wie der Name schon sagt ähnelt der Wolkenkratzer einer Glasscherbe. 2013 fertiggestellt ist er nach wie vor, der höchste Wolkenkratzer der EU. Zumindest so lange Großbritannien noch vorhat in der EU zu bleiben. Die höchste Etage befindet sich auf 243 m und der Ausblick auf London kann sich von hier schon sehen lassen.

So nun aber weiter und auf geht’s zur Tower Bridge. So eine richtige Erwartung hatten wir nicht, man kennt es ja von Bildern und naja – wir wollen mal sehen. Dort angekommen kann ich jetzt zurückblickend sagen, ist es wohl die Sehenswürdigkeit die uns am meisten begeistert hat. Da steht sie einfach, viel viel viel größer als gedacht, irgendwie total wuchtig und doch fügt sie sich so perfekt und geschmeidig ins Bild der Stadt, dass man nicht anders kann als dazustehen und zu staunen und sie zu mögen. Ich sehe die Tower Bridge und ich mag sie auf Anhieb. Es ist ein Ort der uns irgendwie sofort gefällt. Auch die Tour durch die Tower Bridge kann ich nur empfehlen, vor allem die Glasplatten in 36 m Höhe. Echt atemberaubend. Die alte Dame wurde bereits 1894 im neugotischen Stil erbaut und dient als Klappbrücke, sie verbindet die Stadtbezirke Tower Hamlets und London Borough of Southwark. Ein tolles und beeindruckendes Bauwerk!

Nach der Tower Bridge machten wir uns dann mal auf den Weg zur „London Bridge Experience„, die sich welch Überraschung, direkt unter der London Bridge befindet. Wir wussten so gar nicht was uns dort erwarten wird. Also nicht lange überlegen und rein ins schaurige Vergnügen. Die Führung teilte sich in zwei Teile, der etwas gruselige Teil in dem man die verschiedenen Jahrhunderte der London Bridge erlebt und Teil 2 (welchen man auch vorher schon verlassen darf wenn man nicht Horror erprobt ist). Teil 2 ist dargestellt von „The Tombs“ hier geht dann der richtige Horror erst los. Um 1600 war die London Bridge fast vollständig mit Wohnhäusern bebaut und zu dieser Zeit wurden die Köpfe von sämtlichen Verrätern auf Holzstangen aufgespießt um sie dem Londoner Volk zu zeigen. Laut Wikipedia zählte ein deutscher Reisender 1595 über dreißig Köpfe auf der Brücke. Äh ja… Zweimal gab es auf dieser Brücke bereits riesige Brände bei denen unzählige Menschen ums Leben kamen. So zuerst 1212/13 da zu dieser Zeit fast alles Häuserkonstruktionen aus Holz bestanden und noch einmal im Jahr 1633 als das restliche nördliche Drittel verbrannte. Ganz schön traurig die Geschichte der London Bridge. Ende des 1800 Jahrhunderts wurde die fast 600 Jahre alte Brücke dann vollständig erneuert, da sie starkt baufällig war. Ich muss nicht erwähnen, dass ich die London Bridge Experience gerne vor dem Horrorteil verlassen hätte, aber mein Mann hat mich natürlich überredet… So marschierten wir nun mit ca. 8 anderen Personen durch das Zombielabyrinth und nach ungefähr 20 Minuten Dauer-Schockmomenten hatte ich keine Stimme mehr und mein Mann dafür fast einen Hörschaden… Aber es war echt stark und wir würden uns das Spektakel jederzeit wieder anschauen!

Danach gings weiter zur St. Pauls Cathedrale. Eine beeindruckende Kirche mit einer unfassbar schönen Kuppel, die man gerne noch länger genießen und betrachten möchte, würde man nicht fiese Nackenschmerzen bekommen. Die Kirche wurde 1666 im Stile des klassizistischen Barocks errichtet.

Das Abendessen ließen wir uns dann bei Jamie Oliver Italian schmecken. Tolle, leckere, einfache Gerichte zu einem für London fairen Preis. Leider musste ich heute lesen, dass die Italian Lokale von Jamie Oliver Insolvenz anmelden mussten. Das tut mir leid, vor allem für das Service Personal, denn wir wurden unglaublich herzlich bedient und fühlten uns als Gast sehr wohl dort.

Am Abend wollten wir es dann nochmal wissen und stolperten in die nächste Bar. Dort standen tolle Cocktails auf der Karte und gute Musik lief obendrein also nichts wie los. Nach Bestellung unserer beiden Drinks mussten wir feststellen, dass die beiden Damen hinter der Bar ungefähr soviel Ahnung vom Cocktail mischen haben wie ich vom Reifen wechseln und so musste Dame A der netten Dame B aus der Karte vorlesen was denn nun in diesen Cocktail alles rein soll. Dame A dachte sich dann, shaky shaky und 1 Tonne crushed Ice wirken Wunder und Tadaaaa fertig war der Cocktail. Es schmeckte gar nicht mal so schlecht auch wenn bei mir der H2O Anteil deutlich überwog – aber hey man soll ja schließlich viel viel Wasser trinken. Hält ja bekanntlich jung und gesund. Mein Highlight in dieser Bar war allerdings der Barkeeper, der mir wohl zugesehen hat als ich mir meinen halben Cocktail über die Hose gekippt hab und sofort mit einer Rolle Küchenpapier herbei geeilt kam. Das nenn ich mal einen aufmerksamen Mann. 😉

Der nächste Morgen führte uns dann direkt nach Camden in den London Zoo. Erstmal mussten wir 20 Minuten suchen um den Haupteingang zu finden aber gut. Der Zoo an sich ist ganz nett aber unter dem Zoo von London hatten wir uns doch irgendwie was in einer anderen Dimension vorgestellt. Also versteht mich nicht falsch, die Tiere haben wunderschöne Gehege, sehr naturbelassen und mit wirklich viel Auslauf und Platz aber der Zoo wirkt etwas in die Jahre gekommen.
2011 beherbergte der Zoo 18.499 Tiere aus 752 Arten und auch eine Ameisenkolonie mit ca. 10.000 Ameisen. Er liegt nördlich am Regents Park und er gehört wohl mit demWhipsnade Zoo in Bedfordshire zusammen, wo man dann auch die größeren Tiere wie Elefanten und Nashörner finden kann.

Aber nichts desto trotz hab ich mich ins Reptilienhaus getraut (und wer mich kennt weiß wie viel Überwindung mich das kostete, bin ich doch so gar kein Freund von den ganzen pelzlosen Erdenbewohnern). Aber da musste ich rein, denn dort wurde die weltberühmte Szene aus dem ersten Harry Potter Teil gedreht, in der Harry durch Zauberei die Schlange aus ihrem Terrarium befreit. Ich kann ja kein Parsel, macht ja auch nichts ich möchte mich auch eher ungern mit Schlangen unterhalten und an diesem Tag wurde auch keine Schlange befreit, Gott sei Dank…

Mittags gab es ganz klassisch Fish and Chips im „Poppies„. Eine total coole Restaurantkette im Stil der 50er Jahre. Danach chillten wir noch ein bisschen am Trafalgar Square, lauschten den Straßenmusikern und beobachteten ein bisschen die Leute. Ein schönes Hobby übrigens – Leute beobachten… Am Trafalgar Square steht übrigens die kleinste Polizeistation Londons. So klein, dass genau ein Polizist reinpasste. Damals gab es häufig Demonstrationen an diesem Platz und so konnte der diensthabende Polizist schnellstens eingreifen, wenn etwas aus dem Ruder lief. Sein Telefon war direkt mit Einsatzzentrale in Scotland Yard verbunden. Heute sitzt da niemand mehr drin und das kleine Häuschen dient als Lager der städtischen Reinigung.

Zu guter Letzt besichtigten wir dann noch die Westminster Abbey. Ja ich hab mich so drauf gefreut, aber irgendwie musste ich feststellen, dass mir die Kirche innen nicht so richtig gut gefallen hat. Natürlich imposant war das Grab von Isaac Newton der dort auch begraben liegt. Aber irgendwie besteht die ganze Kirche nur aus Gräbern die dort alle kreuz und quer stehen und so richtig gecatched hat sie mich nicht. Ich meine gut, dort werden traditionell alle Könige und Königinnen gekrönt und beigesetzt, da kommt dann auf die Zeit schon was zusammen. Es sind bereits 102 Mitglieder der königlichen Familie dort begraben und da sind noch keine Größen wie Charles Dickens, Charles Darwin und Stephen Hawking mitgezählt. Deshalb werden seit 1911 zunehmend nur mehr Urnen dort bestattet. Die große Überraschung sollte aber noch kommen. Denn wie es der Zufall möchte sind wir dann durch die Außengänge geschlendert (unter anderem auf der Suche nach dem WC) und was sehen wir da? Ja da sah es aus wie in Hogwarts! Wahhhh wie schön war das denn?

Auf dem Rückweg ins Hotel spazierten wir noch durch den „Neils Yard“, ähnlich wie beim Kingly Court eine kleine versteckte Ecke mitten in London. Einmal abgebogen steht man in einer kleinen bunten Oase, keine Hektik, einfach Ruhe und Zeit zum Durchatmen.

An diesem Abend fuhren mit der Underground nochmal zur Tower Bridge, einfach weil wir nochmal hinwollten. Wir wollten ihr nochmal einen Besuch abstatten und nochmal drüber laufen. Und wir wollten ihr natürlich noch Goodbye sagen, denn am nächsten Tag ging es nach Hause. An diesem Abend sind wir einfach an der Themse entlang gegangen, haben die Stimmung, den letzten Abend im schönen London genossen. Denn für uns ging an diesem Abend wundervoller Städtetrip zu Ende. Geprägt von unzähligen Eindrücken, magischen Momenten und leckerem Essen. Gut, hätten wir gewusst, dass uns unsere Fluggesellschaft am Abflugtag mit über 2 Stunden Verspätung beehrt, wir im stehenden Flugzeug festsitzen, wir ans falsche Gate geschickt werden, man uns dann nicht starten lässt und dann noch ein Kofffer an Bord ist, der irgendwie niemandem so richtig gehören wollte… Tja da haben wir dann doch in Betracht gezogen, ob die Reise mit dem Feuerblitz nicht doch zu überlegen wäre… 😀

In diesem Sinne, bis bald

Eure Steffi

von Bloggystyle

„Hey Du, ja Du, ich denke ich mag Dich… „

Hätte mir vor einigen Jahren jemand erzählt, du kannst keine Träne vergießen, du kannst Dich kaum fühlen, du bist Dir fremd… hätte ich vermutlich aufmerksam zugehört, es hätte mir auch leid getan für diesen jemand, aber im Leben hätte ich mir nicht vorstellen können wie es sich anfühlen muss… Heute weiß ich es…
Es kam ganz schleichend, so etwas merkt man nicht… Man funktioniert, das ist eine Zeit lang anstrengend, doch irgendwann ist es nicht mehr anstrengend, sondern irgendwann braucht dein Körper und deine Seele das „Funktionieren“, weil sie es schlicht verlernt haben wie es ist entspannt zu sein und ganz tief im Inneren eine Harmonie und Ruhe zu empfinden.
Nach einem sehr harten Start ins Jahr 2018 lief mein Körper auf gefühlten 280%, run, run, run… Ich fühlte mich als könnte ich die Probleme der ganzen Welt lösen und noch ein paar mehr, so lange ich ordentlich viel zu tun hatte war, so dachte ich, alles gut.. Aber als alles dann endlich gut war und es an der Zeit gewesen wäre mich herunterzufahren, zur Ruhe zu kommen, zu genießen und zu lieben, zu entspannen, zum Alltag zurückzukehren… da hat es mich geklatscht… aus heiterem Himmel, wie ein Donnerschlag, ein K.O. Schlag der mich ziemlich, ziemlich tief auf den Boden geworfen hat. Ich hatte irgendwie die Abfahrt zurück zum Ich, zurück zu dem was mir gut tut, zurück zum „entspannt sein dürfen“ – verpasst… Und dann fährst du da, auf deiner Scheiß Autobahn mit 280% und 280 km/h, alle sind abgebogen und keiner weiß so richtig wohin du weiterfährst, du selbst übrigens auch nicht…
Ich fühlte mich sowohl äußerlich als auch ganz tief drinnen sowas von abgefuckt, entschuldigt bitte meine Wortwahl, aber ich kann es nicht anders beschreiben. Es kam zu körperlichen Symptomen die von permanenter Übelkeit und Appetitlosigkeit reichten bis hin zu Panikattacken und Angstzuständen, bis zu dem Gefühl nicht alleine sein zu können… eine ewige Ruhe- und Rastlosigkeit… Ich kannte diese Zustände vorher nicht und ich wünsche es auch niemandem, dass er so etwas erleben muss. Ich hatte, das Gefühl verrückt zu werden… hatte ein ewiges Gefühl von innerer Zerrissenheit in mir, immerzu hatte ich das Gefühl nicht ruhen zu können, an ausschlafen oder durchschlafen war nicht zu denken… Das Wachwerden jeden Morgen zeigte sich in Form von Zittern, Herzrasen, ich war jeden Morgen klatschnass geschwitzt… Eigentlich war ich schon fertig bevor der Tag so richtig begonnen hat… Man war das ein saublödes Gefühl… Zweimal war ich dann in homoöpatischer Behandlung und ich muss echt zugeben, dass mir mein Therapeut sehr schnell weiterhelfen konnte. Die Symptome besserten sich sehr schnell… Aber da ich vermutlich einfach ein hypersensibler Mensch bin trafen mich in dieser Zeit dramatische und schreckliche Nachrichten umso mehr und die warfen mich tatsächlich auch nochmal so richtig aus der Bahn… Im November ging das alles los und seit nun ungefähr 4 Wochen merke ich wieder wer ich eigentlich bin… Ich wusste schon als das alles mit meinem Papa am 11. Januar 2018 passiert ist, dass etwas nicht stimmen konnte, als mich mein Mann immer und immer wieder fragte warum ich denn nicht weine… warum bist du nicht traurig, warum kommen keine Tränen, was ist denn los mit Dir? Da habe ich noch einfach funktioniert, da war es auch richtig und wichtig, aber richtig und wichtig wäre es auch gewesen, irgendwann diese riesengroße Angst und Traurigkeit zuzulassen und in mich reinzulassen… das hatte ich verpasst und die Antwort kam fast ein Jahr danach mit aller Wucht… Ich hatte mich da schlichtweg total übernommen, aber leider merkst du das selbst nicht. Es wenn der Körper und die Seele vollen Alarm geben… Ich bin meinen engsten Menschen so sehr dankbar, sie waren meine Felsen in der Brandung, mein Halt, mein Gerüst der Sicherheit, als ich das alles nicht sein konnte… Meinem Mann, Du mit Deiner unglaublichen Geduld, Deiner tiefen Zuneigung und allgegenwärtiger Liebe die ich jederzeit spüren und erfahren durfte, Deine Unterstützung in all den Situationen, die alles andere als einfach waren, du hast mir mal wieder gezeigt, wir Beide, wir gehen durch dick und dünn, immerzu Hand in Hand, komme was wolle. Meine Eltern, ihr habt mir immer eine offene Türe und Eure offenen Herzen geboten, bei Euch durfte ich immer Zuflucht und Schutz suchen, wenn das Alleine zuhause sein mal wieder so unaushaltbar schwer war. Meine liebste und einzige Schwester, für Deine immer und immer wieder offenen Ohren, Dein Verstehen für meine Ängste, Deine Ehrlichkeit wie gut du es mir nachfühlen kannst und vor allem für Dein Versprechen, dass Du mir und meinem Ehemann später unsere Seniorenhausschuhe auf Amazon bestellen wirst. Du weißt was ich meine 🙂 Meine Freundin, die ich nach langer Zeit wieder finden durfte, Du fühlst und denkst wie ich, Du hast immer ein offenes Ohr für uns und Du verstehst mich oft auch ohne Worte so gut. Meinen beiden Arbeitskolleginnen, bei denen ich mich nicht verstellen musste, die zu jederzeit Verständnis für mich hatten und bei denen Ich sein darf wer und wie ich bin… Das ist nicht selbstverständlich… Und natürlich und nicht zuletzt möchte ich unserem Toby Danke sagen – unser Seelenhund, der mich und uns in dieser Zeit mit seiner unglaublichen Liebe und Zuneigung begleitet hat… ohne zu hinterfragen warum, wieso… Du warst einfach da und hast mich trotzdem immer mal wieder vor kleine und große Herausforderungen gestellt um mir zu zeigen, dass ich langsam aber sicher aus dem Quark kommen und den Arsch hochbekommen darf… Für all das und noch vieles mehr lieben wir Dich!


Aber, so hart und schwer die letzten Monate auch waren, konnte ich doch so unglaublich viel über mich selbst lernen und erfahren… Ich weiß heute wer ich bin, ich weiß, ich bin ein sehr, sehr, ja vielleicht zu sehr sensibler Mensch, ich kann Dinge ganz schlecht von mir weghalten, das Wegschieben und an mir abprallen lassen gehört nicht zu meinen Stärken… Ich weiß auch, dass ich mir mein weiches, mein sensibles Ich eingestehen darf, es ist nämlich kein Fehler so zu sein wie man ist… Ich weiß, ich kann stark sein wenn es darauf ankommt aber ich weiß heute auch ganz genau, dass es manchmal dringend Zeit ist den Schmerz und die Angst und die Trauer zuzulassen, und wenn sie mich überkommt und die Tränen in Bächen kommen dann ist das ok – und nicht nur das es ist sogar überaus wichtig… Denn das sind Gefühle, und zu Fühlen und Gefühle und Emotionen zu empfinden ist ein riesengroßes Geschenk, das verkennen wir leider viel zu oft. Ich weiß heute auch, dass ich öfter einfach mal auf mein Bauchgefühl, meine Intuition vertrauen darf, ich weiß, dass ich es wert bin eine Meinung zu haben und dass es wichtig ist mir und meiner Seele gute Dinge zu tun… Sachen, die gut tun, mit den Liebsten, mit sich Selbst… Es ist sehr wichtig sich selbst Gutes für die Seele zu tun. Es ist vielleicht nicht alles gut daran, wenn man so hypersensibel empfindet… denn manchmal macht es das Leben echt ein bisschen anstrengender aber ganz ehrlich, vieles empfindet man auch so krass mehr… damit meine ich so alle Emotionen die einem so über den Weg laufen… und ja, die schönen… die kommen nämlich eben auch mit aller Wucht und dem schon erwähnten K.O. Schlag daher… ich meine sowas wie Liebe, Zuneigung, tief bewegt sein, Freude, Glück, gefühlvolle Lieder, emotionale Ereignisse, vor Glück weinen dürfen… die sind auch sehr, sehr stark vertreten und das wiederum fühlt sich so richtig geil an… Ich bin sehr dankbar, dass ich heute an diesem Punkt stehe und das alles so ist wie es ist… Ich habe aus all dem vieles lernen und mitnehmen dürfen, und ich habe mitnehmen dürfen, dass ich und jeder von uns allen, toll ist, gut ist und genau richtig ist… so wie er ist…
In diesem Sinne…
war es endlich mal wieder Zeit für ein bisschen Bloggystyle…
Ich Danke Euch fürs Mitlesen und Mitfühlen 🙂

Feel feminine, Feel free

Wie Lunette und ich uns kennenlernten und warum wir uns alle 4 Wochen treffen…

Heute mal mein Erfahrungsbericht zum Thema Menstruationscup. Ja ihr habt richtig gelesen, schreibe ich doch sonst über sehr emotionale Themen, die mich bewegen, in welche Richtung auch immer. Dieses Thema bewegt und beschäftigt mich allerdings auch… Mein Mann versucht mich bereits seit einem Jahr dazu zu überreden doch endlich mal einen Blogbeitrag zu diesem Thema zu schreiben, damit noch mehr Frauen davon erfahren können… also gab ich mir einen Ruck und hier ist das Ergebnis.

 Als Frau ohne Kind machte ich mir irgendwann vor eineinhalb Jahren so meine Gedanken, warum um Himmels Willen muss denn dann trotzdem die rote Woche, die Erdbeerwoche, die Schmollwoche, sein? Hä? Das ist doch nicht fair… könnte man doch abbestellen, da man sie ja vermutlich so wie sich das darstellt eh nicht braucht… Aber Fehlanzeige, nein wir Mädels, wir Frauen, wir müssen da durch. Es gehört doch einfach zum Frau-Sein dazu… Wenn deine Laune eine Woche vorher in den Keller, ok ich untertreibe, nehmen wir als Beispiel eher das Verließ in der Gringotts Bank sinkt, dein Mann noch richtig erkennt „ist es wieder so weit?“… dann, ja dann wissen wir Tante Rosa aus Unterleibzig kündigt sich an… KOTZ… Zwischen schlechter Laune, Niedergeschlagenheit, Heißhunger und unendlichen Bauchschmerzen hat man mal ganz schnell auf gar nichts Bock… Das hat mich etwas frustriert und so ging ich im Internet auf die Suche, ich ging auf die Suche wie andere Frauen das händeln, gibt es Alternativen… Gibt es etwas das es „leichter“, „freier“, „schöner“ macht? Ist es möglich es zu haben, ohne es zu spüren…?

Irgendwann las ich SIE – Lunette… Ich wurde sehr neugierig und dachte mir, WHAT? Eine Menstruationstasse? Das klingt schräg und wer zur Hölle ist freiwillig bereit sich so ein Ding ihr wisst schon wo hinzustecken? Aaaaber die Message von Lunette hat mich neugierig gemacht und ich wollte das unbedingt dann doch ausprobieren… Also gesagt – getan – bestellt… Sie kam dann in einer tollen Verpackung die mich optisch schon mal gecatcht hat. Eingepackt im zarten, schönen Stoffbeutel sah das Ganze echt total edel und ansprechend aus… Auch das Anfühlen erwies sich als sehr angenehm, denn das medizinische Silikon fühlt sich tatsächlich gut an, geruchlos und sehr weich. Nun hilft das aber ja alles nichts denn entscheidend ist ja nach wie vor… Wie um alles in der Welt kommt das Teil dorthin wo es hinsoll und im besten Falle auch wieder heraus? Ich hatte echt Bedenken… sehr sogar… Nach vielem Nachlesen und Falttechniken per Video kucken hab ich mich dann doch getraut und versucht sie dort hin zu platzieren… ja versucht… ich dachte mir nach Versuch eins… Alter!!! wer erfindet sowas und Hiiiiiiilfe wie bekomme ich sie jemals wieder raus? Werde ich zum Dauerdepot von Menstruationstassen? Bin ich nur zimperlich und wie zur Hölle machen das andere Frauen?

Lange Rede kurzer Sinn… ja es ist eine Übungssache… Aber Mädels, das war es doch von Anfang an mit allem oder? Niemand hat einen o.B. in die Hand bekommen und konnte das auf Anhieb, also ich zumindest nicht?! Also ich musste es ein paar mal üben aber bereits in der ersten Schmollwoche nach meinem Kauf hab ich beschlossen, Sie und Ich, wir wagen das jetzt… Hop oder Top…

Und was soll ich sagen… Anfangs hat es hier und da mal gezwickt, bis sich das Gefühl entwickelte wann sie an der richtigen Stelle ist.. Man merkt es sehr schnell, denn man merkt dann einfach nichts mehr, man spürt sie nicht… Ich habe meine beiden Cups nun seit eineinhalb Jahren, sie sind mir alle 4 Wochen zu meinen wichtigsten Begleiterinnen in meiner Handtasche, beim Sport, beim Bouldern (unbezahlbar!!!), auf Reisen, in der Arbeit, beim Baden… geworden. Ich kann mich jederzeit als Frau fühlen, Frei fühlen, ich muss auf nichts verzichten, ich bin zeitlich völlig unabhängig, da sie lt. Lunette sogar bis zu 12 Stunden dauerhaft getragen werden darf…

Alle wichtigen Fragen, Infos zur Handhabung, zur Reinigung etc. ist auf der Homepage von Lunette wirklich wunderbar erklärt…

https://de.lunette.com/

Ich bin tatsächlich auch heute noch so sehr davon überzeugt und begeistert, denn hätte ich nicht hin und wieder einen Anflug von Bauchschmerzen würde ich es nicht mal merken, dass es wieder soweit ist… Ich würde sie um nichts mehr eintauschen wollen, denn das Wagnis etwas Neues zu versuchen hat sich zumindest bei mir mehr als gelohnt.

Zudem fühle ich mich einfach richtig gut, alleine beim Gedanken auch etwas für unsere Umwelt zu tun… Mädels, ich produziere seit über einem Jahr keinen Erdbeerwochen-Müll mehr und das macht mich stolz und es macht mich zu einer modernen, starken Frau, die weiß was sie will und die sich getraut hat es anders zu machen… Anders ist manchmal auch besser… 😉 Heute ist die Anwendung für mich zur absoluten Routine geworden… ich kann sie blind einsetzen und herausnehmen, ich habe ein völlig neues Gefühl für meinen Körper, für meine Weiblichkeit entwickelt und das fühlt sich wirklich, wirklich gut an.

Ich bin total glücklich, dass ich Lunette entdeckt habe und dass sich unsere Wege so unverhofft getroffen haben… Heute treffen wir uns so alle 4 Wochen, Lunette und ich… unsere Treffen sind immer wunderbar, ich kann mich zu 100% auf sie verlassen und ich kann die Zeit mit ihr genießen…

In diesem Sinne,

sei dankbar, zufrieden und glücklich, Du hast alles was es zum Glücklichsein braucht!

Frau Bloggystyle

Wie 4 kleine Pfoten unser Leben veränderten…

Ich hatte ihn schon lange, so lange, dass ich sagen würde, sobald ich wusste was ein „WauWau“ ist… Sagen wir also, so lange ich denken kann. Ich kann mich erinnern, ich habe mir mein Leben lang einen Hund gewünscht. Nun hatten wir aber 18 Jahre lang eine wundervolle Katze. Eine kleine Diva wie aus dem Lehrbuch, die neben sich in ihrer Monarchie nie im Leben ein anderes Haustier geduldet hätte. Die Zeit war also irgendwie nicht reif und richtig dafür. Eine Zeit führte ich Hunde aus dem Tierheim Gassi. Es war eine intensive – sehr schöne und gleichermaßen auch traurige Zeit für mich. Wenn Dein Herz nun mal für die Tiere schlägt, ist es unglaublich schwer die Zwingertüre zu schließen und das alles zu vergessen. So wundervoll die Hunde dort waren, so ehrlich muss ich auch sein – wir wären als absolute Hundeanfänger mit einem Tierheimhund völlig überfordert gewesen.

Nun kommt im Leben eben alles, wie es kommen muss. Wie ihr ja bereits wisst, können wir keine eigenen Kinder bekommen und so kam es zu der Entscheidung, dass die Zeit JETZT reif ist für einen Hund. Wir suchten also das Internet einmal durch von Anfang bis Ende um die richtige Rasse für uns zu finden. Ja liebevoll soll er sein, gelehrig, freundlich, eine stattliche Größe darf er auch haben. Löckchen wären toll – sind aber kein Muss. Farbe ist egal. Aber einen Bubi hätten wir gerne. Ja da waren wir uns irgendwie sicher. Hm… so wurde es dann völlig überraschend ein Labradoodle. Im Nachhinein muss ich sagen, auch bezüglich der Menschen, die wir bisher über diesen Hund kennenlernen durften – war es die beste Entscheidung die wir treffen konnten.

Wir suchten uns also die Züchterin unseres Vertrauens und trafen sie im August 2016 mit den potenziellen Eltern Lilly und Max. Wir waren von Anfang an begeistert von den Beiden und von da an begann das Hoffen und Warten ob es denn Anfang November kleine Fellwunder geben wird.  Max, ein Australian Shephard Doodle der mitten in seiner Ausbildung zum Blindenführhund steckte und Lilly, eine spritzige und gleichermaßen freundliche Labradoodle Dame taten uns den Gefallen. Denn am 06. November 2016 tapsten 7 kleine Fellkinder in diese Welt. 6 bezaubernde Mädels und ein kleiner schwarzer Rüde der mit 485g um 14:20 Uhr auf die Welt kam… Dieser Eine, der sollte der unsere werden. Normalerweise werden die Welpen erst mit 6 Wochen an die neuen Hundebesitzer aufgeteilt, da unsere Züchterin aber wusste, dass wir gerne einen Burschi hätten, stand am 07.11.2016 fest – das ist Er. Als sie uns die aller aller ersten Bilder schickte waren wir hin und weg. Wir waren so gerührt und stolz und konnten es kaum glauben, dass schon in wenigen Wochen unser Hund bei uns einziehen wird.

Von da an könnt Ihr Euch sicher vorstellen begannen die Einkäufe. Wir besorgten alles was so ein kleines Fellkind eben braucht, es sollte ihm an nichts fehlen. Von Hundebettchen über Näpfe, von Decken über Leinen (ihr glaubt nicht wie stolz ich war als ich die erste eigene Hundeleine in den Händen hielt), von Bürsten über Spielsachen und Kuscheltieren, die Liste wäre endlos weiterzuführen. 🙂

Als die Kleinen 3 Wochen alt waren und die Äuglein langsam aufgingen durften wir das erste mal zu Besuch kommen. Wir mussten für eine Strecke von 60km gleich noch eine Pipi Pause einlegen, so aufgeregt war ich…

Und dann war es endlich so weit. Wir kamen in das Wohnzimmer und die Züchterin drückte uns ein kleines ca. 1 kg schweres, schwarzes Fellbündel in die Arme. Da war er also. Unser Toby. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Da hielten wir doch tatsächlich unseren kleinen Schatz in den Händen… Mit keinem Geld der Welt, wären diese Momente aufzuwiegen. Und als ich schrieb, es entschädigt

uns für das was wir selbst nicht haben können – da meinte ich das mit vollem Ernst und ich meine es heute mehr denn je. Denn vielleicht können es viele nicht verstehen, aber ja, er ist für uns wie ein eigenes Kind. Er gibt uns alles das was wir brauchen. Und wenn ich ganz ehrlich bin – gibt er uns noch viel mehr.

Wir fieberten also dem 01. Januar 2017 entgegen, denn da durften wir unseren kleinen Mann endlich abholen. Dann zog er endlich bei uns ein. Und es begann eine so unglaublich anstrengende und wundervolle Zeit. Mein Mann nahm sich extra 4 Wochen DoodleElternZeit und bewies so viel Herz, Nerven und Geduld in dieser Zeit. Er hatte zu der Zeit einen Welpen mit 9 Wochen der ausnahmslos jeden Teppich in unserer Wohnung als seinen Pipiplatz kürte und dazu eine filmreife Helikopter Doodlemama die sich um alles Sorgen machte und in dieser Zeit so unglaublich nah am Wasser gebaut war. Wir mussten einige Flaschen Wein in dieser Zeit leeren…  Eine Zeit voller Tränen und Sorgen, was wir wohl alles falsch machen könnten, voller Emotionen und voller Dankbarkeit und Hoffnung. Doch am Ende jeden Tages stand immer die Freude und diese riesengroße Liebe, die wir für dieses kleine Fellwunder empfinden. Wir taten unser Bestes und tun es auch jetzt noch um unserem kleinen Doodlejungen all das zu geben, was ihn glücklich macht.

Wir haben in diesen 10 Monaten über diesen Hund unglaublich tolle Menschen kennengelernt. Menschen, die denken und fühlen wie wir, die für Ihr Fellnäschen genauso empfinden und die wir menschlich ganz ganz besonders schätzen. Menschen mit denen wir auch über andere Ding als über Hunde sprechen können, manche davon wohnen leider viel viel viel zu weit weg und dennoch schaffen wir es, uns regelmäßig zu sehen. Einige davon konnten wir über unsere Hundeschule kennenlernen, die im Übrigen einen sagenhaft tollen Job macht. Andere wiederum wohnen in der Nachbarschaft, ja ihr habt richtig gelesen, und wir kannten uns vorher kaum…

Heute ist Toby 10 Monate alt und wir sind schon etwas entspannter geworden. Naja ich vielleicht nicht so ganz… Er ist ein unglaublicher Hund. Ich weiß, das sagen alle über ihren Hund und das ist auch ganz genau richtig und gut so. 🙂 Dennoch, er hat so ein unglaublich feines und freundliches Wesen, er war noch niemals einem anderen Tier oder einem Menschen nicht freundlich gesinnt. Er lernt so schnell und gerne. Aber was noch viel wichtiger ist. Er schenkt uns so viel Zuneigung. Er freut sich so sehr, wenn er uns sieht. Er vertraut auf uns und wir auf ihn. Wir sind einfach nur so unglaublich stolz, dass er bei uns ist. Und ja Hundeerziehung ist ein kleines Stück harte Arbeit. Aber dennoch, hat sich jede Sekunde, die wir in ihn bisher investiert haben schon tausendfach gelohnt. Das Gefühl, wenn er morgens zu uns ins Bett kommt und einfach unsere Nähe sucht und sich zu uns kuscheln will. Wenn er uns ansieht, mit diesem unbezahlbarem Blick, der einfach nur sagt: „Ihr seid meine Menschen, meine Familie, ich vertraue Euch mein Leben an, ich passe auf Euch auf und ihr lasst mich aber dafür niemals alleine?“ Tja was soll ich noch sagen, außer dass wir ihn lieben, wir lieben ihn wie wir ein Kind lieben würden. Und wenn wir sehen, wie er von unseren Eltern und Geschwistern und ihren Familien geliebt wird, dann schmelzen wir fast dahin. Denn es ist schön, dass sie uns als Familie so nehmen wie wir sind. Wir 3. Und ja wir sind eine kleine, aber feine Familie. Unser Bubi und Wir Beide…

In diesem Sinne…

Sei dankbar, zufrieden und glücklich. Du hast alles was es zum glücklich sein braucht.